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Eurasier und mehr...

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Standard - was ist das?

Ein Eurasier hat Fell, nicht zu große Stehohren, vier Beine und trägt die Rute über dem Rücken! Reicht das?

Nein, es gehört schon etwas mehr dazu. Rassehunde sollen ja ein möglichst einheitliches Bild abgeben, sonst müsste man sich ja keine anschaffen. Deshalb wird von den jeweiligen Rassevereinen eine Art "kleines Brevier" ihrer Rasse herausgegeben, der Standard.

Da wird der Rahmen festgesteckt in dem sich die einzelnen Hunde der Rasse in der Zucht bewegen dürfen. Natürlich kann man Hunde nicht klonen, deshalb hat der Rahmen einen gewissen Spielraum, das nennt man "Varietät" Die grundsätzlichen Eigenschaften sind aber genau festgelegt, entspricht ein Eurasier diesen nicht, darf nicht mit ihm gezüchtet werden.

Wenn nur "nahe" an diesem Standard gezüchtet würde, dann würde dieser Spielraum immer größer und bald würde es keine Eurasier mehr geben.

Jeder Verein, Verband außerhalb des VDH kann behaupten, er züchte nach gültigem FCI Standard seiner Rasse, aber kontrolliert wird er dabei, im Gegensatz zum VDH, nicht. Der FCI Standard ist also nur in Verbindung mit einer Rassehundezucht eines VDH Vereins, oder eines der FCI angeschlossenen Verbandes im Ausland, verbindlich.

  

Fédération Cynologique Internationale

FCI

Die Fédération Cynologique Internationale wurde am 22. Mai 1911 mit dem Ziel gegründet, die Kynologie und die Rassehundezucht bei Bedarf in allen Belangen zu unterstützen und zu schützen.

Die Standards werden von den anerkannten Rassehundezuchtverbänden festgelegt, von der FCI nachgeführt und in vier Sprachen (Französisch, Englisch, Deutsch und Spanisch) übersetzt.

Die Dissidenzverbände erkennen den von VDH festgelegten Standard an, immer wenn irgendwo von Standard in Zusammenhang mit Eurasiern die Rede ist, dann ist der FCI Standard Nr. 291 gemeint, denn kein anderer deutscher Verband legt einen Standard fest, auch nicht eine der UCIs.
Wichtig in diesem Zusammenhang: der Standard gilt entweder ganz oder gar nicht! Also lasst euch nicht veräppeln "an den Standard angelehnt" "züchte nach Standard, aber" oder "entsprechen dem Standard bis auf" ist einfach nur arglistige Täuschung.

Der Eurasier gehört zur Gruppe 5 und wurde wie folgt festgelegt:

FCI-Standard Nr. 291

Der Eurasier

Allgemeines:
Ursprung: Deutschland
Verwendung: Begleithund
Klassifikation FCI:

Gruppe V (Spitze und Urtypen)

Sektion V (Asiatische Spitze und verwandte Rassen) ohne Arbeitsprüfung

Geschichtlicher Überblick:
1960 entstand durch Kreuzung von Chow-Chow und Wolfspitz eine Hunderasse, die zunächst "Wolf-Chow" genannt wurde und nach Einkreuzung des Samojeden 1973 in "Eurasier" umbenannt und von der F.C.I. anerkannt wurde.
Erscheinungsbild
Allgemeines Erscheinungsbild:
Harmonisch aufgebauter, mittelgroßer, spitzartiger Hund mit Stehohren in verschiedenen Farbschlägen; mit einer Haarlänge, die die Proportionen des Körpers noch erkennen lässt; mittelschwerer Knochenbau.
Proportionen: Die Rumpflänge beträgt etwas mehr als die Widerristhöhe. Das Verhältnis zwischen Länge des Fanges und Länge des Hirnschädels ist annähernd gleich.
Kopf und Hals:
Allgemeines: Harmonischer, nicht zu breiter Schädel, Kopfform von oben und von der Seite gesehen keilförmig, Nasenrücken und Hirnschädel parallel
Hirnschädel:
Form: Flache Stirnpartie mit gut erkennbarer Stirnfurche; ausgeprägter Hirnschädel
Stop: Wenig ausgeprägt.
Gesichtsschädel:
Nase:

Mittelgroß, Nasenschwamm schwarz pigmentiert.

Weder zu grob noch zu spitz; sich nach vorn bis zum Nasenschwamm verjüngend; gerader Nasenrücken und Unterkieferäste.

Lefzen: Lippenränder straff und schwarz pigmentiert.
Kiefer: Kräftig; breiter Unterkieferbogen.
Backen: Wenig betont.
Zähne: Kräftiges, vollständiges Gebiss (42 Zähne gemäß der Zahnformel); Zahnschluss entweder Schere oder Zange; obere Schneidezähne greifen entweder eng über untere Schneidezähne oder aufeinander; Prämolaren und Molaren in einer Linie ohne Lücken; alle Zähne senkrecht im Kiefer stehend.
Augen: Dunkel, mittelgroß, nicht zu tief liegend oder hervorquellend; leicht schräggestellte Lidspalten; Lidränder schwarz pigmentiert und straff anliegend.
Ohren: Ca. eine Ohrbasisbreite voneinander angesetzt; mittelgroß und dreieckig; Spitzen leicht abgerundet, stehend. Ohrenspitzen und Mittelpunkt des Stirnabsatzes bilden ein nahezu gleichseitiges Dreieck.
Hals: Von mittlerer Länge, in Harmonie zum Gesamtbild, gut bemuskelt; straff anliegende Kehlhaut. Fliessender Übergang zum Körper.
Körper
Allgemeines: Kräftiger, nicht zu kurzer Rumpf.
Widerrist: Betont.
Rücken: Fest und gerade; sehr gut bemuskelt.
Lende: Von guter Länge und Breite, sehr gut bemuskelt.
Kruppe: Gerade, breit und kräftig.
Rute: Mit geradem Ansatz, rund und fest, von guter Dicke, sich dem Ende zu verjüngend; buschig behaart, aufliegend - nach vorn über den Rücken oder leicht seitwärts gebogen oder gerollt getragen; hängend bis zum Sprunggelenk reichend.
Brust: Bis zu den Ellenbogen reichend; mit ovaler Rippenwölbung; gut entwickelte Vorbrust, ohne jedoch betont zu sein; langes, weit nach hinten reichendes Brustbein.
Bauchlinie: Leicht aufgezogen.
Gliedmaße
Vorderhand:
Allgemeines: Von vorne gesehen gerade und parallel gestellt; von der Seite betrachtet mäßig gewinkelt; Ober- und Unterarm fast von gleicher Länge.
Schultern: Gut bemuskelt, Schulterblatt etwas schräg liegend.
Oberarm: Mittellang und gut bemuskelt.
Ellbogen: Am Brustkorb anliegend.
Unterarm: Mittellang; gut bemuskelt.
Vorderfußwurzelgelenk: kräftig
Vordermittelfuß: Mittellang; von vorne gesehen völlig gerade; von der Seite gesehen leicht nach vorne gerichtet.
Vorderpfoten: Oval, geschlossen, mäßig aufgewölbt; kräftige, dunkel pigmentierte Zehennägel; feste gut gepolsterte, schwarz pigmentierte Ballen. Dichte Behaarung zwischen den Ballen.
Hinterhand:
Allgemeines: Von hinten gesehen gerade und parallel gestellt; von der Seite betrachtet mäßig gewinkelt. Ober- und Unterschenkel fast von gleicher Länge.
Becken: Leicht schräggelagert.
Oberschenkel: Mittellang und stark bemuskelt.
Kniegelenk: Stabil, nicht zu stark geöffnet.
Unterschenkel: Mittellang, gut bemuskelt.
Sprunggelenk: Nicht zu tief angesetzt, stabil, weder einwärts noch auswärts gerichtet.
Hintermittelfuß: Gut lang und breit; von der Seite betrachtet senkrecht gestellt.
Hinterpfoten: Oval, geschlossen, mäßig aufgewölbt; kräftige, dunkel pigmentierte Zehennägel; feste, gut gepolsterte, schwarz pigmentierte Ballen. Dichte Behaarung zwischen den Ballen.
Haut, Fell und Farbe
Haut: Straff, gut pigmentiert
Fell:

Am ganzen Körper dichte Unterwolle und mittellanges lose anliegendes Grannenhaar; Fang, Gesicht, Ohren und Vorderseite der Läufe kurzhaarig; Rute, Rückseite der Vorderläufe (Fahnen) und Hinterläufe (Hosen) mit langen Haaren besetzt. Proportionen gut erkennbar. Behaarung am Hals nur mäßig länger als am Körper, keine Mähne bildend.

Farbe: Alle Farben und Farbkombinationen sind zugelassen, ausgenommen reinweiß, weißgescheckt und leberfarbig.
Sonstiges:
Gangwerk: Raumgreifend, mit viel Schub und gutem Vortritt.
Verhalten und Charakter: Selbstbewusst, ruhig, ausgeglichen mit hoher Reizschwelle, wach- und aufmerksam ohne lautfreudig zu sein; mit stark ausgeprägter Bindung an seine Familie; Fremden gegenüber zurückhaltend, ohne aggressiv zu sein; ohne Jagdtrieb (zwinker)
Größe:
Widerristhöhe:

Rüden: 52 - 60 cm

Hündinnen: 48 - 56 cm

Gewicht:

Rüden: 23 - 32 kg

Hündinnen: 18 - 26 kg

Maßgebend ist die Ausgewogenheit der Proportionen, doch sind die anzustrebenden Idealwerte die mittleren Größen- und Gewichtsangaben:
Widerristhöhe : Rüden : 56 cm, Hündinnen : 52 cm
Gewicht : Rüden : 26 kg, Hündinnen : 22 kg
Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden und dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen.
Ausschließende Fehler:
  • Aggressiv oder ängstlich.
  • Ängstlichkeit, Scheuheit, übersteigertes Misstrauen.
  • Mangelndes Geschlechtsgepräge.
  • Fehlen eines Schneide-oder Fangszahns, auch mehrerer; Fehlen eines oder mehrerer Prämolaren 3 oder 4 sowie eines oder mehrerer Molaren 1 oder 2; Gebissanomalien.
  • Ektropium, Entropium; zu tief liegende oder zu kleine Augen.
  • Distichiasis (Wimpern in doppelter Reihe angelegt).
  • Kippohren, Hängeohren.
  • Knickrute.
  • Starke Pigmentverluste.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N. B.: Rüden sollen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

 

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