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Eurasier und mehr...

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Skeletterkrankungen

und Ernährung, es lohnt sich für Hundebesitzer allemal sich etwas mit den Zusammenhängen zu beschäftigen.

Einmal direkt beim heranwachsen und später bei eventuell auftretenden Erkrankungen.

Übergewicht und Fehlernährung sind leider beim Hund zunehmend Ursache schlimmer Erkrankungen. Der Futtermarkt ist groß und unübersichtlich, oft haben Tierärzte zu wenig Zeit für eine Beratung oder sind ganz einfach von einem Futtermittelhersteller gesponsort. Da ist die Eigenverantwortlichkeit der Besitzer gefragt, erkundigen sie sich über Hintergründe und Zusammenhänge.

Bei den Skeletterkrankungen ist allerdings immer die genetische Disposition der Rasse ausschlaggebend. Also im Klartext, es ist vererbt! Ein Hund, der total fehlernährt wird und von klein auf ständig Treppen steigen muss, wird unweigerlich krank. Störungen in der Knochenmineralisation, dadurch warscheinlich Brüche, Bänderprobleme und Übergewicht - ED oder HD aber nicht. Gehört ihr Hund zu den erblich vorbelasteten Rassen, können sie über die Ernährung aber vieles retten.

Lahmheit beim Hund

Hüftgelenksdysplasie nennt man die Fehlbildung des Hüftgelenks. Um eine HD-Untersuchung durchzuführen, wird der Eurasier in eine leichte Narkose gelegt, das hat den Vorteil, dass die Röntgenaufnahme ohne große Aufregung durchgeführt werden kann. Es gibt mittlerweile Empfehlungen diese Untersuchung ab dem 12. Lebensmonat durchzuführen, aber in der Regel sind die Hunde ca. 18 Monate alt oder älter. Je nach Auswertung der Röntgenuntersuchung wird nach Schweregraden unterschieden. Eine HD-Untersuchung ist immer sinnvoll, da man sich sicher sein kann, dem Hund keine unnötigen schweren Belastungen ohne Folgen zuzumuten. Viele Eurasier lieben es am Hundesport Agility teilzunehmen und sind mit Spass und Freunde bei der Sache, schon alleine aus diesem Grund ist eine HD-Untersuchung sinnvoll. Bei der Zucht werden auch nur Hunde eingesetzt, die maximal eine Übergangsform aufweisen. Je nach Untersuchungsergebnis unterscheidet man zwischen fünf HD-Formen:

HD-A = kein Hinweis
HD-B = Übergangsform oder HD-Verdacht
HD-C = leichte HD
HD-D = mittlere HD
HD-E = schwere HD

Es wird "nur" die genetische Disposition für HD weitergegeben, ob der Hund betroffen ist und in welchem Ausmaß hängt auch von den Umweltfaktoren wie Aufzucht, Fütterung und Bewegung ab. In der Verantwortung der Züchter liegt die Auswahl der zu verpaarenden Hunde und ich hoffe, dass irgendwann die Vernunft siegt und Hunde mit HD-C und -D nicht mehr mit -A verpaart werden, denn auch diese Nachkommen tragen ein hohes Risiko! Vor allem in den Folgegenerationen treten dann oft, obwohl die Eltern beide HD-A sind, wieder schwere Fälle auf. Vererbung ist kein simples Planspiel.

Falls euer Hund betroffen ist, lasst ihn behandeln. Künstliche Hüftgelenke einzusetzen ist eine der aufwendigsten Operationen am Hund, gehört aber mittlerweile zu den Routineoperationen und ist längst nicht mehr so teuer wie manche Hundebesitzer sich das vorstellen. Man kann auch Ratenzahlung mit der Tierklinik vereinbaren. Dem gegenüber steht ein unheimliches Leiden, denn als reines Lauftier ist der Hund von solchen Erkrankungen besonders betroffen.

Für Besitzer großer oder besonders disponierter Rassen empfielt sich eine Untersuchung mit Vorröntgen bereits mit drei, spätestens vier Monaten. In diesem Alter kann beginnende HD noch mit einem minimalinvasiven Eingriff aufgehalten werden. Bei diesen Rassen sollte man nicht nur Röntgen, wenn die Eltern betroffen waren, sondern auf Grund der besonderen Umstände generell. Dem Hund zuliebe sollten in so einem Ausnahmefall zwei Meinungen eingeholt werden.


Patella heißt Kniescheibe und Luxation ist die Beweglichkeit (das Herausspringen) der Kniescheibe, durch produzierte Manipulation oder Verselbständigung. Man unterscheidet zwischen angeborener und der traumatisch bedingten Luxation (z.B. als Unfallfolge).

Die Untersuchung erfolgt in Ruhe und Bewegung und wird durch geschulte Tierärzte durch Tastbefund ohne Narkosemittel durchgeführt. Die Beurteilung erfolgt in vier Luxationsstufen:

PL 0 =  keine Luxation feststellbar

PL 1 =  In Beuge- und Streckhaltung kann die Kniescheibe durch Druck von medial/lateral (Mitte/Außen) luxiert werden, d. h. die Kniescheibe kann durch Druck verschoben werden. Diese Form hat selten gesundheitliche Auswirkungen auf den Hund

PL 2 =  Die Patella kann durch Fingerdruck von Medial/lateral oder durch Strecken des Knies selbst luxiert werden, d. h. die Patella bleibt in der verschobenen Stellung und kann durch Druck oder aktives Beugen und Strecken zurückspringen. Diese Hunde könne gelegentliche Lahmheit bis zur hochgradigen Lahmheit aufweisen

PL 3 =  Die Patella ist schon luxiert. Sie kann durch Druck zwischen die Rollkämme gebracht werden. Vielfach zeigen die Hunde eine mehr oder weniger starke permanente Lahmheit

PL 4 =  Die Patella ist permanent luxiert. Eine Reposition (Rücklagerung) ist nicht mehr möglich. Die Hunde haben eine permanente Lahmheit.

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Die Ellenbogendysplasie tritt hauptsächlich bei Hunden großer Rassen während der Wachstumsphase (4 - 5 Monat) auf und betroffen sind überwiegend männliche Tiere, da sie in der Regel schneller wachsen und ein höheres Körpergewicht haben. ED tritt meistens auch beidseitig auf und kann wie bei der HD eine genetische Disposition haben. Bei der ED kann auch die Fütterung und Bewegung, in der Wachstumsphase, eine Rolle spielen. Auch hier unterscheidet man 3 Erscheinungsformen:

  • Osteochondrosis dissecans (OCD)
    Diese Erkrankung wird meistens im Wachstum erworben und führt zu Entzündungen, Gelenkerguss und Lahmheit s.u.
     
  • Fragmentierter Processus coronoideus medialis ulnae (FCP)
    Auch diese Krankheit wird im Wachstum erworben und durch einen unterschiedlichen Längenwachstum von Elle und Speicheverursacht, was zu einer Stufenbildung im Ellenbogengelenk führt, dadurch kann der Kronfortsatz durch Überlastung  abbrechen und Gelenkflüssigkeit dringt in den Bruchspalt ein, was eine Entzündung mit Schmerzen und Lahmheit hervorruft.
     
  • Isolierter Processus Anconeus (IPA)
    Hier handelt es sich um einen Knochenvorsprung der Elle, dessen Wachstumsfuge im Alter von 16-20 Wochen geschlossen sein sollte. Fehlt die knöcherne Verbindung, liegt ein Krankheitsbild vor, das zwei Ursachen haben kann. Ein verzögertes Längenwachstum der Elle oder äußere Einwirkungen in Form von übermäßiger Belastung.

Die Hunde zeigen oft eine typische Schonhaltung mit nach außen gedrehten Pfoten und Unterarmen und nach innen gedrehten Ellenbogen. Bei allen drei Krankheitsformen der ED ist die Arthrose als Folgeschaden unvermeidlich. Sobald der Hund irgendwelche auffällige Anzeichen hat, muss eine Röntgenuntersuchung gemacht werden um rechtzeitig mit entsprechenden Maßnahmen therapeutisch einzugreifen (Schonung, Futterumstellung, Operation).  Als alternative Behandlungsform bieten sich bei der ED eine frühzeitige Krankengymnastik sowie die Goldimplantation an.

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Osteochondrose dissecans - besser bekannt als OCD, eigentlich könnte ich diese Fehlentwicklung auch unter Ernährungsfehler auflisten, denn zu schnelles Wachstum ist, neben seltener genetischer Disposition, die Hauptursache für OCD. Seltener sind Verletzungen, hormonelle Störungen oder Fehlstellungen der Gelenke die Ursache.

Osteo- ist die med. Vorsilbe (kommt aus dem griechischen) für Knochen, Chondro- heißt Knorpel und dissecans ist lateinisch für trennend. OCD ist eine Entwicklungsstörung des Skelettes bei der sich im Verlauf der Krankheit der Knorpel von seiner Knochenunterlage trennt, dabei kommt es oft zu sog. "Gelenkmäusen" - Teile des Knorpels sterben ab, splittern und schwimmen dann in der Gelenkflüssigkeit. Betroffene Gelenke sind vor allem das Schultergelenk, der Ellenbogen, das Knie und das Sprunggelenk.

Entstehung: Der Knochen wächst beim Jungtier sowohl in den Wachstumsfugen, als auch im Bereich der Gelenksflächen. In den Wachstumsfugen und an den Gelenksflächen entstehen Knorpelzellen durch Zellteilung, diese werden im Verlauf der Entwicklung in Knochenzellen umgewandelt.

Wenn sich die Knorpelzellen zu schnell teilen und der Verknöcherungsvorgang zu langsam fortschreitet entsteht eine Verdickung des Knorpels. Knorpel enthält keine Blutgefäße und wird normalerweise über die Gelenkschmiere versorgt, durch die Verdickung werden aber die äußeren Zellen nur noch unzureichend versorgt weil sie zu weit vom Gelenk entfernt sind und sterben ab.

So löst sich der Knorpel vom darunter liegenden Knochen, zusätzlich entstehen Risse im Gelenksknorpel, durch welche Gelenksschmiere zwischen Knorpel und Knochen eindringen kann.

In jedem Fall werden Abbauprodukte der abgestorbenen Knorpelzellen freigesetzt und führen zu einer Entzündung mit Schmerzen im betroffenen Gelenk. Jetzt tritt eine Lahmheit auf und wenn die Ursache der Erkrankung nicht behandelt wird, bleibt die Entzündung bestehen und wird chronisch. In der Folge entwickelt sich eine Arthrose, das heisst eine degenerative Gelenkserkrankung. Es kommt zu knöchernen Zubildungen in und ums Gelenk. Diese Veränderungen sind nicht mehr rückgängig zu machen, und es entsteht ein bleibender Schaden am Gelenk.

OCD ist äußerst schmerzhaft für den Hund und führt zu schwerer Lahmheit mit allen verbundenen Schwierigkeiten, welcher Hund hat schon pure Lebensfreude wenn jeder Schritt eine Qual ist. Ich kenne bereits einige Hunde die sehr erfolgreich operiert wurden und nach der -zugegeben- schlimmen Schonzeit wieder voll einsatzfähig sind.

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