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Eurasier und mehr...

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Nicky

oder die Geschichte einer grossen Liebe

von Elsbeth aus der Schweiz

Nicky

Im Frühling 1994, 2 Jahre nach dem Tod von Gipsy, meldete ich mich beim SEC (Schweizerischer Eurasier Club) für einen Welpen an. Nach fast einem ganzen Jahr Wartezeit rief  ich am Samstag nach Ostern 1995 etwas ungeduldig bei der Welpenvermittlung an um festzustellen, ob denn da überhaupt noch gezüchtet wurde. Die freundliche Frau Anderegg teilte mir mit, dass am Karfreitag eine Hündin belegt worden sei. Falls daraus was werde, könne ich im Herbst einen Hund bekommen. Aaaaber sie hätten da noch einen Problemhund und ich sei die einzige auf der Warteliste mit Hundeerfahrung. "Problemhund?" fragte ich "Eurasier sind doch eigentlich problemlose Tiere."

Text?Nickys Probleme begannen bereits kurz nach der Abgabe. Die neuen Halter waren mit Kindern und finanziellen Problemen restlos überfordert. Sie konnten Nicky nicht mehr gerecht werden. Seine Erziehung und seine Ernährung waren gelinde gesagt mangelhaft. Aus der Not heraus wurde Nicky zum Streuner. Er suchte sich sein Futter draussen indem er Katzennäpfe leer putzte, Kehrichtsäcke durchstöberte etc. Eines Tages, als Nicky 1 ½ Jahre alt war, entdeckte ihn dabei der Halter seines Vaters und alarmierte die Züchter. Diese meldeten sich noch am gleichen Tag bei den Besitzern. Sie machten einen Termin aus und fuhren hin um Nicky zu sehen. Der Schreck war wohl gross. Nicky war mager und verwahrlost. Sie kauften ihn zurück und standen nun da, kurz vor dem Urlaub mit zwei Hündinnen und Nicky. Ein Ehepaar, das den Bruder von Nicky besass, bot sich als Urlaubshütedienst an.

In den folgenden drei Wochen stellte das Paar fest, dass sich Norbo und Nicky vertrugen und beschlossen, Nicky bei sich zu behalten. Das ging gut, bis sich die Rüden mit 4 Jahren plötzlich in die Wolle gerieten. Die Streitereien wurden zunehmend ernsthafter und hätten schliesslich mit dem Tod eines Hundes geendet, wenn man sie nicht getrennt hätte.

Ich hörte mir die Geschichte an und fand, dass da weniger der Hund ein Problem hatte als die Besitzer. Also beschloss ich, mir diesen Hund mal anzusehen. Frau Anderegg gab mir die Telefonnummer und innert 5 Minuten hatte ich einen Termin mit dem Ehepaar für den nächsten Tag gemacht.

Nicky befand sich damals an der Nordgrenze der Schweiz, bei einer Schwester der Besitzerin. Also nix wie hin, von der Südgrenze in den Norden, erst zu Fam. Meier, dann zur Schwester. Als diese die Tür öffnete, zeigte sich neben ihr ein Prachtshund. Ich schaute ihn an und verliebte mich spontan. Allerdings wagte ich noch nicht zu hoffen, dass dies der besagte Nicky sein könnte. Frau Meier schubste mich schliesslich an und holte mich aus meiner Erstarrung zurück.

Nicky liess sich sofort auf ein Spiel mit mir ein und hörte auch gut zu, wenn ich ihm was sagte. Ich ging auf Augenhöhe von Nicky in die Knie und sagte zu ihm: „Ich möchte dich gerne mitnehmen. Was hältst du davon?“ Nicky legte sein Köpfchen schief und gab mir die Pfote. Mit Tränen in den Augen stand ich auf und teilte den Umstehenden mit, dass ich Nicky gleich mitnehmen wolle. Meiers waren äusserst erstaunt. Sie hatten sich auf eine Bedenkfrist eingestellt. Nicky kam ohne Probleme mit und sprang ins Auto als ob er nie was anderes getan hätte.

Frau Meier sagte später mehrmals, dass Nicky noch nicht mal zurück geguckt hätte, als wir abfuhren.

Nicky lebte sich schnell und problemlos bei mir ein. Dank der vorbildlichen Erziehung durch Frau Meier war er recht gehorsam. Allerdings war er denkbar schlecht auf andere Rüden zu sprechen und musste bei Begegnungen mit ihnen an der Leine geführt werden.

Ein Besuch von Meiers nach ein paar Monaten zeigte deutlich was Nicky fühlte. Bei ihrer Ankunft begrüsste er sie überschwänglich und sprang förmlich im Quadrat. Als wir uns dann zum Kaffee in den Garten setzten, legte er sich neben meinen Stuhl und blieb die ganze Zeit dort. Wir verbrachten einen harmonischen Tag und Meiers freuten sich darüber, dass sich Nicky offensichtlich wohl fühlte. Ihren Abschied stellten sie sich jedoch etwas anders vor. Wir gingen gemeinsam zum Auto und stellten dort fest, dass Nicky nicht mehr bei uns war. Da die beiden sich aber von ihm verabschieden wollten, gingen wir ihn suchen. Er lag in der Küche, in der hintersten Ecke unter dem Ecktisch.

Frau Meier schaute ihn an und sagte lachend: „Du musst dich nicht verstecken. Wir haben schon verstanden, dass du lieber hier bleiben willst und nicht wieder mit uns kommst.“ Noch oft sagte sie in den folgenden Jahren, dass sie zweierlei Tränen geweint hätte auf der Heimfahrt, Tränen des Abschieds und Tränen der Rührung. Nicky hätte ihr so deutlich gezeigt, wo er hingehöre.

Nicky zeigte mir, dass es Liebe auf den ersten Blick gibt und sie hält bis heute an, 4 ½ Jahre nach seinem Tod.

 

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